Was bedeutet für euch der Begriff “Smarthome” und was wurde umgesetzt?

Veröffentlicht am 22. April 2021 in Keine Kategorie
0 am 26. Januar 2019

Smarthome ist ein wirklich dehnbahrer Begriff.

Jeder Hersteller der gerade mal schaltbare Steckdosen, Bewegungsmelder und ggf. Thermostate mit einer zentralen Steuerung rausbringt, zögert nicht das Ganze als Smarthome zu bezeichnen.

Daran ist aber erstmal überhaupt nichts smart. Maximal erleichtert es nur ein Wenig den Alltag.

Denn Steckdosen mit Zeitschaltuhr, Lichter mit Bewegungsmelder und eine Heizung, welche die Temperatur halten bzw. automatisch absenken/anheben. Sind alles einfach nur drei verschiedene Systeme, welche auch mit einer zentralen Steuerung nebeneinander existieren und ihre Aufgaben verrichten. Man hatte diese Helferlein auch schon vor 30 Jahren, nur damals im Gegensatz zu Heute nannte das niemand Smarthome.

Auch ein zusätzlicher Sprachassistent macht immer noch kein Smarthome daraus.

Wenn man beide Augen zudrückt könnte man es ein automatisches Haus nennen.

Smarthomes also “schlaue” oder intelligente Häuser sind viel mehr.

“Intelligent” wird es, wenn eine vielzahl an Systemen/ Geräten unterschiedlicher Hersteller miteinader vereint werden, die Prozesse ineinader greifen und so Synergien entstehen. Die Funktionen können und müssen individuell an die spezifische Bedürfnisse und Gewohnheiten der Besitzer/Hauseigentümer angepasst werden und die Umgebung und Umwelteinflüsse mit einbezogen werden. Das Ganze dabei natürlich ökonomisch und jederzeit flexibel erweiterungsfähig und änderbar.

Als Beispiel: Eine Beschattungs-/Klima-/Lüftungs- und Heizungssteuerung.

Damit ein Haus im Sommer nicht überhitzt, dabei jedoch möglichst viel Sonnenenergie aufnimmt benötigt man ein Zusammenwirken von diesen Systemen.

Die Heizung erkennt, dass ein Heizen nicht nötig ist und lässt Wasser im Boden/Decke zirkulieren um die Temperatur zu halten, denn die Wetterstation meldet: Es wird heute ein warmer Tag. Die Temperatursensoren innen und außen registrieren den Unterschied und passen die Lüftungsanlage so an, dass zwar der Luftaustausch gewährleistet ist, jedoch weiterhin dynamisch und bei plötzlichen Verunreinigungen der Luft(z.B. Kochen) die Gerüche schnellstens herausgefiltert werden, aber nur ein Mindestmaß an warmer Luft von außen angesaugt wird. Dabei erkennt die Lüftungsanlage die Verunreinigungen in der Luft und entscheidet selbst was zu tun ist.

Die Beschattung führt ständig die Lammelen der Raffstores/Rollläden nach um den Wärmeertrag im Haus möglichst gering zu halten, dabei jedoch die Räume nicht verdunkeln, um die Bewohner nicht zu stören, hier meldet die Wetterstation die aktuelle Sonnenintensität an den jeweils der Sonne zugewandten Fassadenseiten. Als letzte Maßnahme befindet sich die Klimaanlage ständig in Bereitschaft und kühlt ggf. die Räumlichkeiten nach, wenn die Thermostate melden es besteht Bedarf. Bei länger geöffneten Fenstern/Türen schaltet sich die Klimaanlage ab. Das benötigte Warmwasser wird durch die Solaranlage erwärmt und zwischengespeichert.

Bei Abwesenheit, oder wenn die Bewohner ein Mittagsschlaf machen sollten, wird dagegen maximal beschattet/verdunkelt und minimal gelüftet. Die anderen Systeme bleiben davon unberührt und halten die Temperatur etc. weiterhin auf gewünschtem Niveau.  Die An- und Abwesenheit, Schlaf wird durch weitere Sensoren erkannt und an die Anlagen gemeldet.

 

 

Das nur als kleines (reales)Beispiel wo in meinen Augen es anfängt im Haus/Wohnung intelligent zu werden. Lichtszenen, verschiedene Steuermöglichkeiten, Monitoring und diverse andere Kleinigkeiten gehören natürlich zusätzlich mit an Bord. Erst dann kann man IMHO behaupten kann es handelt sich um ein “Smarthome”.

 
  • Liked by
Antworten