Hausbau steht an… Wahl der Steuerzentrale und Zukunftsfähigkeit

Veröffentlicht am 30. Dezember 2020 in Smart Home allgemein
3 am 30. Dezember 2020

Hallo Leute,

Mitte nächsten Jahres beginnen wir voraussichtlich mit dem Hausbau und ich möchte hier und da schon die ersten smarten Komponenten verbauen. Zudem möchte ich mir natürlich auch nichts für zukünftige Umsetzungen verbauen… Daher würde ich gerne vorab schon die ersten Erfahrungen sammeln (noch wohnen wir in Miete), ohne zu viel Zeit damit zu verplempern aufs falsche Pferd zu setzen…

Obwohl diese Frage schon 1000 Mal gestellt wurde, stehe ich noch immer wie “der Ochs vorm Berg” und je mehr ich mich mit der Theorie beschäftige, umso wirrer wird es in meinem Kopf, dabei habe ich sicher nicht mehr oder weniger Anforderungen, wie die Meisten hier…

  1. Das System soll autark laufen, also ohne Internetanbindung (Onlinedaten, wie z.B. Wetterdaten sollten über eine Datei- oder Datenbankschnittstelle bereitsgestellt werden)
  2. Statische Komponenten (z.B. Rollos, Heizkörper, etc.) sollten weitestgehend kabelgebunden angesteuert werden (hier bin ich auf KNX gestoßen)
  3. Trotzdem möchte ich dynamisch bleiben, z.B. Installation neuer Deckenlampen, Funksteckdosen, Garagentoröffnung via Handy, Integration der Mediensteuerung (TV, AV-Receiver, Beamer, etc.) und nicht Hersteller abhängig sein (also auch Z-Wave und/oder ZigBee) sowie
  4. Eigene Komponenten integrieren, wie z.B. um die bestehende Waschmaschine so smart zu machen, dass sie das Beenden des Waschvorgangs melden kann (gibt wohl ein Z-Wave-Modul für Arduino)
  5. Sämtliche Komponenten sollten dann unter einer Zentrale so betrieben werden, dass auch Protokollübergreifend Werte analysiert und Aktionen durchgeführt werden können (z.B. Z-Wave FIngerabdruck öffnet KNX-Türschloss)
  6. Und zu alle dem würde ich mir gerne meine ganz eigene UI basteln, die auf allen Geräten (SmartPhone, Tablet, PC, etc.) dargestellt werden kann, also am besten mit HTML (und vorzugsweise PHP/MySQL). Auf diese Weise habe ich mir aktuell schon mal eine Fernbedienung programmiert, die TV und AV-Reveiver vereint.

Dabei stoße ich immer wieder auf OpenHAB und Home Assistant betrieben auf einem Raspberry Pi, wobei sich die meisten, die beide Systeme getestet haben, eher für Home Assistant aussprechen (kann aber subjektiv sein).

Daher jetzt meine Frage: Kann ich meine o.g. Anforderungen auf diese Weise umsetzen, also auch die eigene UI)? Gibt es Erfahrung mit der Kombination Home Assistant mit PHP (auf der selben Hardware)?  Oder bin ich in der völlig falschen Richtung?

Für ein Testsystem würde ich mal mangels anderer Möglichkeiten mit Funkkomponenten (Licht/Heizungssteuerung) starten… Könnt mir einen guten Z-Wave und/oder ZigBee USB-Dongel für den Pi 4 empfehlen?

Und gibt es etwas, was man bedenken sollte, was ich vielleicht nicht auf dem Schirm haben könnte?

Schon mal vielen Dank!

 
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2 am 30. Dezember 2020
  1. Ja das ist kein Problem, KNX ist das Stichwort.
  2. Du baust Heizkörper in einen Neubau???
  3. In dem Fall ist viel nicht unbedingt gut und ein Zoo an Geräten und Protokollen ist nicht zielführend. Steckdosen müssen nicht per Funk angesteuert werden, du überlegst ja KNX einzusetzen da lässt sich bei entsprechender Planung jede Steckdose einzeln ansteuern. Stromkabel müssen ja eh zu jeder Dose. Auch noch nach Jahrzehnten kann man die Dosen schnell umverkabeln. KNX bietet schon eine sehr hohe Flexibilität. Natürlich nur wenn man das System verstanden hat. Oft ist dem leider nicht so. Alles was du aufgezählt hast geht wunderbar ohne zusätzliche Krücken a la Zwischenstecker usw.
  4. Hmm naja das ist Kindergeburtstag sage ich dir. Geht ohne irgendwelche z-Wave Module und Arduinos mit einer x-beliebigen WAMA. KNX bringt alles schon von Haus aus mit, du musst nur den Stecker ind die Steckdose stecken und ein Paar Parameter festlegen.
  5. Viel Fehlerpotential und SPOF aber ja geht, bedenke auch dass die Zuverlässigkeit des ganzen Systems nur so gut ist wie das schwächste Glied. Ist mit KNX aber kein Problem sollte der Funkkram aussteigen oder versagen(das wird es) dann funktioniert der Rest weiterhin wie gehabt. Eine Zentrale für alles ist mehr als überschätzt und in einem normalen Haus eigentlich kein notwendiges Übel mehr(Gottseidank). Besser sind mehrere, welche sich die Arbeit teilen. Aber auch hier ja…mit KNX alles möglich.
  6. Kannst dir mit KNX auch 10 Uis/Guis basteln welche dann gleichzeitig und parallel funktionieren.

Ich würde an deiner Stelle mich erstmal wirklich dafür entscheiden ob du nun Kabel willst = KNX oder Funk = Z-Wave. Beides gleichzeitig aufzubaeun führt nur dazu dass das Ganze teuerer wird aber kein Mehrwert hat.

Und da der Komponentenpreis beider Vorgehen mittlerweile in ähnlichen Höhen befindet würde ich nicht lange überlegen.

Z-wave bietet sich gut als Ergänzung an um schnell mal weitere Strecken usw. zu überbrücken(z.B. Garten) und für eine Nachrüstung im Bestand. KNX um alles was eh an der Wand/Decke usw. fest ist direkt anzubinden und da du ja neubaust geht nichts über Kabel. Wie schon gesagt die Verbraucher müssen eh mit Strom versorgt werden. Da fällt das Buskabel daneben gar nicht auf.

KNX hat dann auch noch den Großen Vorteil, dass man nicht mehr auf die normalen Lichtschalter angewiesen ist und auch nicht auf die mehr schlecht als recht gelungenen Funkvarianten. Sondern sich vollwertige Raumkontroller einbauen kann. Welche sich dann auch noch nach Jahrzehnten(oder auch nach schon wenigen Jahren bei Bedarf oder Nichtgefallen) schnell mal gegen neuere mit mehr Möglichkeiten ersetzten lassen.

Was du möglicherweise nicht auf dem Schrim hast. Planung ist das A und O und das Leben in einem Haus mit moderner Elektrik unterscheidet sich stark von dem was üblicherweise kennt. Sprich man braucht bedeutend weniger Lichtschalter und man muss sich weniger Gedanken um soche Sachen wie Tore, Türen, Fenster, Lichter, Alarmanlagen usw. machen. Denn die Technik übernimmt das für den Bewohner und erledigt die Aufgaben.

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