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Autor Thema: Welche Vorteile bietet KNX im Vergleich zu den anderen Standards?  (Gelesen 7070 mal)

scooterfan

  • Gast
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich noch nicht so lange mit dem Thema Smarthome, deshalb mal eine vermutlich blöde Frage: KNX scheint ja sehr weit verbreitet zu sein, aber welche Vorteile bietet denn KNX im Vergleich zu zum Beispiel Z-Wave? Ich vermute, dass die kabelgebundenen Systeme grundsätzlich zuverlässiger funktionieren als die Funksysteme, oder kann man das mittlerweile so pauschal nicht mehr sagen?

Vielleicht kann mich ein KNX-Kenner aufklären, wäre super :-)

Danke!

Scooterfan

alerg

  • Gast
Der Installationsaufwand ist halt ungleich höher und TEURER! Zudem darf das nur der Elektroinstallateur machen, weill das ganze auf 220 Volt aufgesetzt ist. Lohnt sich also nur bei Neubau oder Komplettsanierung, denn Du musst ja schlitze kloppen, Strippen ziehen, Spezialschalter etc. einbauen ...

Gruß
Andreas

scooterfan

  • Gast
Besten Dank für die Infos, Alerg. Das hört sich ja nicht besonders prickelnd an. Hat KNX denn aus Deiner Sicht irgendwelche Vorteile im Vergleich zu Homematic, RWE Smarthome und Co.?

meudenbach

  • Gast
Also KNX ist mal grundsätzlich als durchgängiges Gesamtsystem zu verstehen. Vor allem ist KNX dezentral ausgelegt und somit sicherlich zielführender, wenn es um die Frage einer soliden und vor allem nachhaltigen Technologie geht. Ich baue mein Haus nunmal nicht auf "Luft". Ergänzend bzw. für den letzten Meter kann man gern über Z-Wave etc. diskutieren.   

Smarthomeforum


scooterfan

  • Gast
Hallo Meudenbach,

Danke für die Erläuterungen! KNX hört sich wirklich solide an, auf der anderen Seite scheint die Installation / Einrichtung relativ aufwendig zu sein – und ich habe den Eindruck, dass sich letztendlich die gleichen Funktionen / Szenarien mit einem funkbasierten System realisieren lassen (aber ich bin wie gesagt kein Profi). Hinzu kommt die Frage, ob KNX mit Plattformen wie Apple Homekit kompatibel sein wird, die künftig sicherlich an Bedeutung gewinnen werden.

Naja, bleibt auf jeden Fall spannend  :)

Viele Grüße

Scooterfan

jimjim

  • Gast
Es kommt sicherlich immer darauf an was man vorhat. Aber ich sehe mittlerweile bei KNX auch keinen wesentlichen Vorteil mehr im Vergleich zu den funkbasierten Systemen.

Offen gesagt bezweifel ich, ob KNX wirklich so zukunftsfähig ist – der Markt dürfte künftig eher von Playern wie Apple (Apple Homekit), Google (NEST) oder der Telekom dominiert werden. So wie ich das verstanden habe fehlt KNX auch die Intelligenz, die zeitgemäße Smarthome-Systeme mittlerweile bieten. Also zum Beispiel die automatische Anwesenheitserkennung via Smartphone (Geo fencing) oder selbstlernende Algorithmen, wie sie zum Beispiel Nest oder Tado unterstützen.

patrick

  • Gast
Ich sehe das ähnlich wie meine Vorredner: KNX bietet aus meiner Sicht keinen klaren Vorteil im Vergleich zu den drahtlosen Systemen wie Homematic oder RWE SmartHome. Oder aber, ich habe den Vorteil noch nicht verstanden (lasse mich in diesem Fall gerne belehren!). Ein Bekannter von mir nutzt ein KNX System und gibt auf die Frage, welchen Vorteil es bietet, nur die Antwort "Ich will mir ja nicht irgendein Frickselsystem ins Haus holen". Soweit ich mich erinnern kann, war die Einrichtung / Installation aber eine ganz schöne Frickelei  ;)

Aber wie gesagt, wenn hier KNX Anwender unterwegs sind gerne mal Eure Meinungen und Sichtweisen posten, bin für eine offene Diskussion und werde meinen Standpunkt wirklich gerne überdenken, man lernt ja nie aus...

wetronic

  • Gast
Ich habe vor ca. 4 Jahren mein haus neu auf Basis KNX mit einer Logik-Engine gebaut.
Fuer mich gibt es folgende wichtigen Punkte:
+ ein Haus sollte fuer ca. 20 jahre bezueglich der grundsaetzlichen Installation ausgerichtet sein
+ die Technik sollte von auch von Handwerkern beherrscht werden ( KNX wird in der Handwerksausbildung unterrichtet )
     + ein Haus wird auch mal verkauft - das Bus-System sollte dann auch technisch betreut werden koennen
+ das System sollte aus meiner Sicht dezentral sein => hohe Beriebssicherheit
+ das System sollte auch in Jahren noch technisch versorgt werden
     + KNX wird auch in der Industrie / Gebäudetechnik ( Flughäfen, Hotels ... ) verwendet
+ im Neubau ist ein KNX-System auch wirtschaftlich mit vertretbarem Aufwand machbar
   ( Mehrkosten zu einer guten E-Installation < 10 TEUR ... ) - die Funksysteme sehe ich in der Nachrüstung
    ( auch hier kann man natuerlich auch mit KNX arbeiten ! )
+ bei alternativen Systemen sollte man pruefen:
     + kann ein Elektriker damit umgehen
     + wie lange gibt es das System schon
     + hab ich eine Chance das Engineering System auch noch in 10 Jahren zu betreiben ( WinX ... )
     + wie verhaelt es sich beim Verkauf meiner Imobilie

Gruss

Wolfgang

Voltus

  • Gast
Hi,

vorweg: Wir verkaufen im Jahr mehrere Hundert KNX Installationen.

- KNX ist das einzige weltweit zugelassene System. Es gibt eine DIN EN
- Über 200 Hersteller produzieren 100% kompatible Produkte.
- Die Produkte sind auf die Lebensdauer einer Elektroinstallation ausgerichtet (ich habe Kunden mit 20 Jahre alten KNX (früher EIB Installationen)
- Die kosten sind, intelligent geplant und umgesetzt, nicht höher als bei anderen Systemen.
- Durch die Busleitung spart man in der Sensorik viele Kosten ein. Die KNX Leitung für ein EFH (ca. 100 Meter) wird im offenen Ring verlegt.
- Schnittstellen, Schnittstellen, Schnittstellen. Ich kenne kein einziges anderes System, dass so viele hat.
- Ganz wichtig: Fast jeder Elektriker kann das System warten. Ein Großteil aller EFH wird binnen weniger Jahre verkauft (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Tod, Scheidung, Jobchance). Was erzählst Du denn einem Kaufinteressenten wie er ein Z-Wave Haus warten lassen soll? Kein Elektriker wird das übernehmen.

derHelle

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Hi,

vorweg: Wir verkaufen im Jahr mehrere Hundert KNX Installationen.

- KNX ist das einzige weltweit zugelassene System. Es gibt eine DIN EN
- Über 200 Hersteller produzieren 100% kompatible Produkte.
- Die Produkte sind auf die Lebensdauer einer Elektroinstallation ausgerichtet (ich habe Kunden mit 20 Jahre alten KNX (früher EIB Installationen)
- Die kosten sind, intelligent geplant und umgesetzt, nicht höher als bei anderen Systemen.
- Durch die Busleitung spart man in der Sensorik viele Kosten ein. Die KNX Leitung für ein EFH (ca. 100 Meter) wird im offenen Ring verlegt.
- Schnittstellen, Schnittstellen, Schnittstellen. Ich kenne kein einziges anderes System, dass so viele hat.
- Ganz wichtig: Fast jeder Elektriker kann das System warten. Ein Großteil aller EFH wird binnen weniger Jahre verkauft (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Tod, Scheidung, Jobchance). Was erzählst Du denn einem Kaufinteressenten wie er ein Z-Wave Haus warten lassen soll? Kein Elektriker wird das übernehmen.


Hallo Voltus,

ich denke am Anfang der KNX Zeit gab es auch sehr weniger Techniker die KNX Installationen warten konnten.
Wenn die Funk Komponenten sich noch weiter verbreitet haben, wird das bald auch zum Standard.

Und sollte ein Haus verkauft werden( Umzug) so sind die Sensoren sehr schnell wieder ausgebaut.

Gruß Helle

smarthomer

  • Gast
Was erzählst Du denn einem Kaufinteressenten wie er ein Z-Wave Haus warten lassen soll? Kein Elektriker wird das übernehmen.

Die Frage ist doch: Wie hoch ist der "Wartungsaufwand" bei einem Z-Wave Haus? Muss da überhaupt irgendetwas gewartet werden?

Und was passiert, wenn der Kaufinteressent keine Smarthome-Lösung (oder keine KNX Lösung) nutzen möchte? Bei einem komplett drahtlosen System kann ich die Lösung einfach mit in ein anderes Haus nehmen, bei KNX dürfte das schwieriger werden, oder?

Voltus

  • Gast
Ein anständig geplantes Haus mit KNX wird niemals abgelehnt, weil es keine Spielereien beinhaltet, sondern lebenserleichternde Funktionen:

- Barrierefreiheit (automatisch Licht)
- Energie sparen (Beschattung, Heizungsregelung, Licht)
- Sicherheit (Alarm, Licht)

Im Idealfall merkt nicht mal Omi oder Putzkraft, dass es ein Smarthome ist.

derHelle

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Ein anständig geplantes Haus mit KNX wird niemals abgelehnt, weil es keine Spielereien beinhaltet, sondern lebenserleichternde Funktionen:

- Barrierefreiheit (automatisch Licht)
- Energie sparen (Beschattung, Heizungsregelung, Licht)
- Sicherheit (Alarm, Licht)

Im Idealfall merkt nicht mal Omi oder Putzkraft, dass es ein Smarthome ist.

Da muss ich dir zustimmen!
Allerdings ist der Aufwand sehr hoch, KNX in ein Haus zu installieren, das schon gebaut ist.
Und ich denke das, nutzt man Z-Wave, der Preis sich bei gleicher Leistung halbiert. Das darf man auch nicht aus dem Auge verlieren.

Gruß Helle

smarthomer

  • Gast
Ein anständig geplantes Haus mit KNX wird niemals abgelehnt, weil es keine Spielereien beinhaltet, sondern lebenserleichternde Funktionen:

- Barrierefreiheit (automatisch Licht)
- Energie sparen (Beschattung, Heizungsregelung, Licht)
- Sicherheit (Alarm, Licht)

Nix für ungut, aber aus meiner Sicht lassen sich diese lebenserleichternde Funktionen auch mit anderen Smarthome-Systemen umsetzen – und zwar nicht für 10.000 Euro, sondern für ein paar hundert Euro:

- Automatisches Licht: Philips Hue
- Energie sparen: Tado oder (sobald in Deutschland erhältlich) Google Nest. System erkennt anhand der GPS-Daten des Smartphones, ob sich Personen im Haus aufhalten. Sobald ich nach der Arbeit in Richtung meines Hauses fahre, wird automatisch die Heizung hochgeregelt. Lässt sich das auch mit KNX umsetzen? Kann die Heizungssteuerung das aktuelle Wetter berücksichtigen? Wird es eine Anbindung an Apple Homekit geben, um z.B. Lampen mit Sprachbefehlen zu steuern?
- Sicherheit: Philips Hue mit Bewegungsmeldern oder ein System wie Gigaset Elements.

Keine Frage: KNX hat sicherlich Vorteile (nicht zuletzt auch für den Elektriker, der das System einrichtet und daran verdient  ;) ). Alle anderen Systeme als Spielerei abzutun finde ich allerdings etwas einseitig gedacht – insbesondere dann, wenn Konkurrenzprodukte deutlich günstiger sind und den gleichen oder einen größeren Funktionsumfang bieten.

Der von Dir genannte Aspekt, dass viele Häuser auch wieder verkauft werden, spricht aus meiner Sicht aber ganz klar für und nicht gegen ein drahtloses System. Z-Wave oder ähnliche Systeme kann ich einfach mitnehmen oder dem Käufer bei Interesse (!) überlassen. Einen Wartungsaufwand sehe ich bei den drahtlosen Systemen nicht. Muss denn ein KNX-System gewartet werden? Falls ja wäre das aus Sicht des Käufers ein weiterer Aspekt gegen die Übernahme des Systems.

Viele Grüße

Smarthomer